Albert Riederer lebt für den Fußball

Seit über 30 Jahren ist der 51-jährige Jugendbetreuer mit Leib uns Seele Ansprechpartner für den Nachwuchs in drei Sportvereinen.

Von Stephan Neu, MZ

Redet man in der Gemeinde über Jugendfußball, so fällt zwangsläufig immer wieder der Name Albert Riederer jun. Er ist Mädchen für alles: Spielberichtsbogen ausfüllen, Bälle aufpumpen, Spielfeld markieren, Tore aufbauen, selbst Schiedsrichter machen, Ergebnisse melden, Trikots waschen und die Schreibarbeiten für die drei Sportvereine erledigen. Seit 40 Jahren ist der 51-jährige Albert Riederer bei den Sportvereinen Zeitlarn und Laub aktiv. Früher hat er für drei Jahre beim SSV Jahn Regensburg und der DJK Nord in der A-Jugend-Bayernliga gespielt. Dann wechselte er wieder zu Zeitlarn, die gerade in die Bezirksliga aufgestiegen waren. Seither hat er den Verein nie mehr verlassen.

“Die sind mir ans Herz gewachsen”

Mit den Kindern hat alles vor 30 Jahren angefangen, als er vom damaligen Schülerleiter Konrad Leitner angesprochen wurde, ob er nicht Lust habe, sich um die Kleinsten im Verein zu kümmern. Dies machte ihm so viel Freude, dass er diesen Jahrgang zehn Jahre lang betreute und in der A-Jugend mit den Jugendlichen in die Bezirksliga aufgestiegen ist. “Die Kinder sind mir richtig ans Herz gewachsen”, erinnert sich Riederer etwas wehmütig an die alten Zeiten in Zeitlarn.

“Schwierige Koordination”

Anfang der 80er Jahre haben die Vereine Laub und Regendorf ihre Jugendarbeit forciert. Zeitlarn verlor viele Kinder an die Nachbarvereine, sodass man im Großfeldbereich keine Jugendmannschaften mehr aufbieten konnte. In dieser Zeit hat Albert Riederer ausgesetzt und 1987, als sein Sohn mit dem Fußballspielen anfing, wieder mit der Betreuung der Kinder, diesmal in Laub, begonnen. Seither ist Albert Riederer in beiden Vereinen als Betreuer der Kinder aktiv. Derzeit spielen zehn Jugendmannschaften im G- bis zum A-Jugendbereich im Punktspielbetrieb von allen drei Ortsvereinen in Spielgemeinschaften. Albert Riederer ist inzwischen als Jugendleiter für Keitlarn und kommissarisch für den FC Laub tätig und versucht alle Kinder unter einen Hut zu bringen, was bei drei eigenständigen Vereinen nicht immer ganz einfach ist. Eine große Stütze ist hier Hand Hendlmeier vom SC Regendorf, der ihn mit seiner langjährigen Erfahrung immer wieder unterstützt und motiviert.

Inzwischen geht ohne Riederer bei den drei Sportvereinen im Jugendbereich nicht mehr. Ohne das Verständnis seiner Frau wäre für Riederer wiederum der Aufwand so nicht zu schultern. Noch während dem Gespräch mit der MZ klingelte das Telefon mehrmals. Passmodalitäten, Spielabsagen bzw. Fragen der Spieler wegen den Einsätzen am Wochenende halten Riederer auf Trab. Hedwig Riederer lacht “Ja manchmal kommt mein Albert vom Telefon nicht mehr weg. Die Wochenenden sind gerade im Sommer bei uns zu Hause sehr ruhig, da mein Albert fast immer am Sportgelände zu finden ist.” Albert Riederer braucht die Unterstützung durch die Betreuer der einzelnen Mannschaften, was immer schwieriger wird. Wenn dann mal ein Betreuer fehlt, springt der Jugendleiter selbst ein und kümmert sich, wie derzeit bei der B-Jugend, um die Burschen.

“Soziale Kompetenz stärken”

Für Riederer ist nicht nur das fußballerische Können der Kinder wichtig. Er möchte auch die sozialen Fähigkeiten und Kompetenzen der Jugendlichen fördern. Daher ist der Mannschaftssport für die Weiterentwicklung der Kinder besonders wichtig, so sein Credo. Gerade bei den kleinen Kindern ist es eine enorme Herausforderung, die Verantwortung zu übernehmen. Ein Problem haben mittlerweile alle drei Vereine: “Die Nähe zu Regensburg”. Viele Neubürger zeihen aus der Stadt zu, wohnen in der Gemeinde, die Kinder bleiben aber bei ihrem alten Stadtverein oder Talente werden von den großen Vereinen abgeworben.

Der Wunsch von Alber Riederer wäre, dass man in der Gemeinde für jeden Jahrgang eine Mannschaft aufbieten kann, was so immer schwieriger wird. Manchmal ist es nicht ganz einfach, wenn die Erwartungen der Eltern, bezogen auf die Betreuer oder ihre Kinder, die vielleicht nicht so viel Talent haben, zu hoch sind. Dann ist die Vaterfigur Riederer gefordert, denn für ihn steht fest: “Wir brauchen alle Betreuer und alle Kinder!”

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